FAQ

Was ist das Vermittlungsbudget?

Das Vermittlungsbudget bietet den Arbeitsvermittlern der Agentur für Arbeit und des Jobcenters die Möglichkeit, ihren Kunden auf den individuellen Einzelfall abgestimmte Unterstützung zur Vorbereitung auf eine konkrete Arbeitsaufnahme zu leisten.

Es gibt keine engen gesetzlichen Vorgaben zu den Fördermöglichkeiten über das Vermittlungsbudget. Die Arbeitsvermittler der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter haben somit einen großen Spielraum und können sich bei ihrer Unterstützung am konkreten Bedarf ihrer Kunden orientieren.

Die Förderung aus dem Vermittlungsbudget müssen Sie bei der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter beantragen, bevor die Kosten entstehen.

Auf eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget besteht kein Rechtsanspruch.

Rechtsgrundlage: § 44 SGB III
 

Weitere Infos zum Vermittlungsbudget vom Bundesministierum für Arbeit und Soziales

Was ist ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (kurz: AVGS)?

Seit dem 1. April 2012 gibt es neue gesetzliche Regelungen, die es Ihnen ermöglichen, sich mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (kurz: AVGS) ganz individuell bei Ihrem Weg in Arbeit unterstützen zu lassen.

Mit dem AVGS haben Sie zum Einen die Möglichkeit, einen Arbeitsvermittler - z.B. die TERTIA - mit Ihrer Vermittlung in Arbeit beauftragen. Diesen Gutschein gab es bereits vor dem 1. April 2012: Er wurde früher auf der Basis von § 421g SGB III ausgegeben.

Dazu schließen Sie mit uns einen Vermittlungsvertrag, und wir suchen - kostenlos für Sie - den passenden Job. Wenn wir Sie erfolgreich vermittelt haben, zahlen Sie mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, den wir bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einlösen.

Wenn Sie Kunde der Agentur für Arbeit sind, haben Sie Anspruch auf einen solchen Gutschein, wenn Sie in den letzten drei Monaten seit mindestens sechs Wochen arbeitslos sind. Haben Sie in diesem Zeitraum an einer von der Agentur für Arbeit geförderten Maßnahme teilgenommen, werden Zeiten der Arbeitslosigkeit, die vor dieser Maßnahme lagen, angerechnet.

Auch wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen, kann Ihnen durch Ihr Jobcenter ein AVGS ausgestellt werden. Sie haben jedoch keinen Rechtsanspruch auf den Erhalt des Gutscheins.

Neu ist seit dem 1. April 2012, dass Sie einen AVGS nutzen können, um sich optimal auf eine Arbeitsaufnahme vorzubereiten. Das funktioniert ähnlich wie beim Bildungsgutschein: Sie erhalten einen Gutschein für zertifizierte Coachings, Beratungen oder Kurzqualifizierungen im Einzel- oder Gruppentraining und können selbst einen zugelassenen Träger auswählen, der für Sie die entsprechende Leistung erbringt.

Einen AVGS können Sie bei Ihrer Agentur für Arbeit bzw. bei Ihrem Jobcenter beantragen.

Rechtsgrundlage: § 45 SGB III

Welche AVGS-Produkte bieten wir an?

Die TERTIA hat seit Mai 2012 AVGS-Produkte zertifizieren lassen und verfügt heute über 67 zertifizierte Produkte. Zertifiziert wurden größtenteils Maßnahmen im Einzelcoaching, aber auch Kleingruppen- und Gruppenmaßnahmen sowie Mischformen.

Unser Angebot erstreckt sich von Qualifizierungen im EDV-Bereich über Sprachcoachings bis hin zu Maßnahmen zur Vorbereitung auf betriebliche Umschulungen.

Zudem bieten wir Produkte speziell für Zuwanderer an, die einer ersten Orientierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dienen sowie den Erwerb und die Vertiefung berufsbezogener Sprachkenntnisse und die Verbesserung der kommunikativen und interkulturellen Kompetenzen im Alltag zum Ziel haben.    

Was ist ein Bildungsgutschein?

Wenn Sie arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, kann Ihnen eine berufliche Weiterbildung über den Bildungsgutschein finanziert werden. Diesen Gutschein können Sie bei einem Bildungsträger Ihrer Wahl einlösen. Die Weiterbildung ist für Sie dann kostenlos. Über die Ausgabe des Bildungsgutscheins entscheidet Ihre Agentur für Arbeit bzw. Ihr Jobcenter. Bei Fragen zum Bildungsgutschein beraten wir Sie gern.

Rechtsgrundlage: § 81ff SGB III

Weitere Infos zum Bildungsgutschein von der Bundesagentur für Arbeit

Was bedeutet Bildungsprämie / Prämiengutschein / Weiterbildungssparen?

Mit der Bildungsprämie wird berufliche Weiterbildung für Erwerbstätige in zwei Formen gefördert: mit dem Prämiengutschein oder durch Weiterbildungssparen.

Prämiengutschein

Wenn Sie erwerbstätig sind und über ein zu versteuerndes Einkommen von maximal 20.000 Euro (ohne Kinderfreibeträge) verfügen - für Verheiratete liegt die Grenze bei 40.000 Euro -, beteiligt sich der Staat mit bis zu 50 % (maximal 500 Euro) an den Kosten für Ihre berufliche Weiterbildung. Damit Sie einen Prämiengutschein erhalten, ist ein Beratungsgespräch bei einer der bundesweiten Beratungsstellen Voraussetzung.

Weiterbildungssparen

Wenn Sie vermögenswirksame Leistungen ansparen, können Sie seit Januar 2009 aus dem angesparten Guthaben Geld für berufliche Weiterbildungen entnehmen, ohne dass die Arbeitnehmersparzulage verloren geht - auch wenn die Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist.

Um das Weiterbildungssparen zu nutzen, ist zuvor ein Beratungsgespräch bei einer der bundesweiten Beratungsstellen notwendig.

Weitere Infos zur Bildungsprämie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Was erwartet mich im Aktivcenter?

Im Rahmen des Aktivcenters haben Sie die Möglichkeit, Ihre praktischen Fähigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern (z.B. Holz, Metall, Lager, Hauswirtschaft, Handel) zu entdecken bzw. auszubauen. Auch Ihre theoretischen Kenntnisse können Sie in allgemeinbildenden und berufsspezifischen Fördereinheiten verbessern.

Parallel dazu suchen wir mit Ihnen gemeinsam einen neuen Job,  der zu Ihnen passt und unterstützen Sie im Bewerbungsprozess. Außerdem erhalten Sie nützliche Alltagstipps, z.B. zu den Themen Gesundheit und wirtschaftliches Verhalten.

Wenn Probleme im persönlichen Umfeld Sie bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle behindern, unterstützen unsere sozialpädagogisch ausgebildeten Fachkräfte Sie dabei, Lösungen zu finden und so Ihrer neuen Arbeitsstelle wieder einen Schritt näher zu kommen.

Am Aktivcenter nehmen Sie sechs bis neun Monate in Vollzeit (d.h. 39 Stunden in der Woche) oder in Teilzeit teil.

Was erwartet mich im FTEC (Feststellungs-, Trainings- und Erprobungscenter)?

Im FTEC (Feststellungs-, Trainings- und Erprobungscenter) können Sie sich berufliche Kenntnisse aneignen sowie diese auffrischen oder vertiefen. Darüber hinaus unterstützen wir Sie bei Ihren Bewerbungsbemühungen.

Damit Sie beim Lernen gleich direkte Kontakte zum Arbeitsmarkt  knüpfen können, findet ein Teil der Maßnahme in Kooperationsbetrieben statt. Am FTEC nehmen Sie in der Regel 1-12 Wochen in Vollzeit (39 Stunden pro Woche) oder in Teilzeit teil.

Das FTEC besteht aus den folgenden Bausteinen

Einführung in das FTEC: Hier bekommen Sie in einem Einzelgespräch einen Überblick über den Ablauf des FTECs und gemeinsam erstellen wir Ihren individuellen Schulungsplan für die Dauer Ihrer Teilnahme.

Eignungsfeststellung: Im Baustein Eignungsfeststellung finden wir mit Ihnen gemeinsam heraus, wie Ihre zukünftige Arbeitsstelle aussehen soll und was Ihnen ggf. an Qualifikationen noch fehlt, um Ihren angestrebten Beruf ausüben zu können.

Kenntnisvermittlung: Nachdem wir in der Eignungsfeststellung Ihren Qualifikationsbedarf ermittelt haben, erwerben Sie nun Kenntnisse in Ihrem Berufsfeld und können diese möglichst in unseren Kooperationsbetrieben und damit bei Ihren potenziellen Arbeitgebern erweitern.

Bewerbungscoaching: Wir reflektieren gemeinsam Ihre bisherigen Bewerbungsbemühungen und Sie erstellen oder optimieren mit unserer tatkräftigen Unterstützung Ihre Bewerbungsunterlagen

Was ist ein Integrationskurs?

Wer als ausländischer Mitbürger in Deutschland leben möchte, sollte die deutsche Sprache beherrschen. Dies ist unabdingbar, um Arbeit zu finden, Anträge ausfüllen zu können oder neue Menschen kennen zu lernen. Zudem vermittelt der Integrationskurs Informationen zu den Themen Geschichte, Kultur und Rechtsordnung.      

Welche Kosten fallen an?

Eine Unterrichtsstunde kostet 1,95 Euro (Kostenbeitrag). Ein allgemeiner Integrationskurs mit 660 Unterrichtsstunden kostet daher beispielsweise 1.287 Euro. Spätaussiedler dürfen einmal kostenlos am Integrationskurs teilnehmen. 

Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe werden auf Antrag vom Kostenbeitrag befreit. 

Befreit werden können auch Teilnehmer, denen es besonders schwer fällt, den Kostenbeitrag zu zahlen. In diesen Fällen ist eine Einkommensprüfung erforderlich. 

Wichtig ist, den Antrag auf Kostenbefreiung rechtzeitig vor Kursbeginn zu stellen. Eine Kostenbefreiung ist rückwirkend nicht möglich, sondern nur ab dem auf den Zeitpunkt der Antragstellung folgenden Kursabschnitt.

Wenn Sie immer ordnungsgemäß am Unterricht teilgenommen haben und innerhalb von zwei Jahren ab Ausstellung Ihrer Teilnahmeberechtigung den Abschlusstest des Integrationskurses erfolgreich bestanden haben, können Sie auf Antrag die Hälfte des von Ihnen gezahlten Kostenbeitrages zurück erhalten.  

Welche Kurse gibt es?

In der Regel machen Zuwanderer einen allgemeinen Integrationskurs. 

Daneben gibt es Integrationskurse speziell für Frauen, Eltern und Jugendliche sowie für Zuwanderer, die nicht oder nicht ausreichend lesen und schreiben können (Alphabetisierungskurse). 

Es gibt auch Integrationskurse speziell für Teilnehmer, die langsamer lernen oder spezielle Probleme mit der deutschen Sprache haben (Förderkurs).

Für Teilnehmer, die schneller lernen können, weil sie zum Beispiel in der Schule schon andere Sprachen gelernt haben, gibt es Intensivkurse mit weniger Stunden.

Weitere Informationen zu Integrationskursen finden Sie auf der Webseite des BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Was ist KompAS?

Bei KompAS (Kompetenzfeststellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb) handelt es sich um eine den Integrationskurs ergänzende Maßnahme der Kompetenzfeststellung und frühzeitigen Aktivierung.

Der Besuch des Integrationskurses wird dabei mit einer Maßnahme nach § 45 SGB III kombiniert, indem zum Beispiel vormittags ein Integrationskurs und nachmittags Elemente der Maßnahme KompAS angeboten werden.